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Unser langjähriges Mitglied Gisela Brunke-Mayerhofer aus München hat unser Thema aus ihrer persönlichen Perspektive als Malerin Bezug genommen. Wir bedanken uns für den interessanten Beitrag und veröffentlichen den Briefinhalt hiermit zur Information und Diskussion.

Lieber Gerhard,
nun endlich auch einige Gedanken meinerseits zum Thema - und zu Deinen Schreiben [Anm.: polyaesthetica 01, April 2021].

Meine Grundeinstellung zum Thema geht etwas andere Wege; nämlich:
Auch wir Menschen sind Natur – und eigentlich sind wir Menschen es, die die Natur – ungut beeinflussen.

Das heißt für mich in Bezug auf meine Malerei: ich bin ein Teil Natur, und ich schöpfe nur aus mir, aus meiner inneren Natur. „Ich verstehe alle meine Werke als Selbstportrait, bzw. als Spiegelbild meiner selbst – im Sinne von: „Meine Bilder sind meine Farbanalogien zum Leben – zu meiner individuellen Wahrnehmung von Wirklichkeit“[1] Von daher hatte ich von Anfang an Schwierigkeit mit dem Thema: „In den Künsten zeigen, wie Natur berührt“.

Deiner Beschreibung der derzeitigen Situation stimme ich voll zu, und daraus folgt …

  • verstärkte Sehnsucht nach der verlorenen – bzw. genommenen – Freiheit,
  • geistige und aktive Strahlkraft wird rigoros gestoppt und ausgebremst.
    Alles geschlossen – keine Möglichkeit Kreativität zu zeigen und/oder zu diskutieren…
  • stattdessen nur noch Isolation und Abstand – somit natürlich auch geistig!
  • auch die Malweise – ein um- und in sich selbst Kreisen - abgekapselt auf sich selbst zurückgeworfen – auf längere Zeit gesehen ein unguter Zustand – da letztlich stagnierend und nicht zufriedenstellend!! …..

Mit herzlichen Grüßen
Gisela Brunke-Mayerhofer

[1] Zeiller, Annemarie: Einführung Urerlebnis Rot, Gelb und Blau. In: Gisela Brunke-Mayerhofer (Hg.): Gisela Brunke-Mayerhofer. Werkverzeichnis 1966-2018. München: Hirmer, 2020, S. 11–14.

 

Literaturhinweis: Gisela Brunke-Mayerhofer (Hg.). Werkverzeichnis 1966-2018. München: Hirmer, 2020

 

Anmerkung von paeb.org:
In Kooperation mit Gisela Brunke-Mayerhofer arbeiten wir daran, Bilder der Künstlerin zumindest virtuell unseren Mitgliedern zugänglich zu machen.
Die allerbeste Möglichkeit bietet das großartig gestaltete Werkverzeichnis 1966-2018, das die Künstlerin im Vorjahr veröffentlichte. (siehe Literaturhinweise)

 

 

Im "Ideen-Pool ... zeigen, wie Natur berührt" stellen wir Möglichkeiten vor, in künstlerisch-kreativen Projekten und Aktionen das Thema "In den Künsten zeigen, wie Natur berührt" umzusetzen.

  • Wir erweitern den Pool sukzessive um weitere Ideen sowie um Verlinkungen zu weiteren Quellen und Materialien.  
  • Die Ideen können diskutiert und kommentiert werden. Wir freuen uns auf einen lebendigen Ideen- und Erfahrungsaustausch.
  • Senden Sie gern auch Ihre Ideen und Erfahrungen zu diesem Thema.

  • English translation in progress.
  1. Alrun Pacher arbeitet künstlerisch mit Kindern und Jugendlichen zu "Klang und Farbe". Dabei verbindet die nicht nur die beiden künstlerischen Ausdrucksmedien sondern thematisiert Beziehungen zwischen Wahrnehmungen und Eindrücken der Welt- und Naturbegegnung und den Möglichkeiten künstlerischer Verarbeitung. Die Reflexion der Werke von Paul Klee spielt dabei eine besondere Rolle. Der Beitrag wurde beim Int. Polyaisthesis Symposium 2020 präsentiert und liegt schriftlich vor.

  2. Gerhard Laber experimentierte in einem naturbelassenen, höhlenförmigen Wassergerinne des Parks in Salzburg-Aigen mit den naturgegebenen Klängen und Effekten. Er spielte korrespondierend dazu Klänge ein, zu deren Strukturierung er sich von den dichterischen Formen japanischer Haikus beeinflussen ließ. Die Ergebnisse wurden beim Int. Polyaisthesis Symposium 2020 präsentiert und liegen als Videobeiträge vor.