Wie lässt sich künstlerisch-kreativ darstellen, "wie Natur berührt" ? Über 20 exemplarische Beispiele stehen in diesem Pool als Ideenspender zur Verfügung. Auf Anfrage erzählen wir gern mehr darüber und interessieren uns für Ihre Ideen und Beiträge.

  • Wir erweitern den Pool sukzessive um weitere Ideen sowie um Verlinkungen zu weiteren Quellen und Materialien.  
  • Wir werden die Reihung immer wieder umgrupperien, weil wir die Erfahrung teilen, dass oftmals nur die ersten Beiträge gelesen werden.
  • Die Ideen sollen diskutiert und kommentiert werden. Wir freuen uns auf einen lebendigen Ideen- und Erfahrungsaustausch.
  • Denen, die selbst Ideen umsetzen wollen, stehen wir nach unseren Möglichkeiten gern mit Rat und Tat bei.

 

 

    1. "Der Natur ihren Raum geben" postet das consumer-orientierte lifestyle-Magazin falstaff [www.falstaff.at] zu dessen August-Ausgabe. "Natur ist mittlerweile zu einem wichtigen Bestandteil in unserem Leben avanciert..." heißt es ebenda. Das "mittlerweile" überrascht uns in der Tat. Endlich kommt sie auch hier an? Individuelle Antworten, künstlerisch gestaltend vermittelt, erwünschten wir von jenen Jugendlichen, die sich konsumkritisch mit diesem Zugang auseinandersetzen und uns sagen, wie sie ich wünschten, "von Natur berührt" zu werden. 

      OECDDie Publikation der OECD "Trends Shaping Education 2022" propagiert neue Bildungstrends der menschlichen Beziehung zu "Natur": "Our changing nature, highlights the intertwined societal and environmental processes that shape human well-being, from food production and eating to digital communications and face-to-face relations. We must find a new relationship between innovation and progress, what is technologically possible and our societal and planetary needs. Climate change has given us an imperative; ongoing advances in physical, cognitive and emotional enhancement further raise fundamental questions about what it means to be human." Die Details zu diesen innovativen Ansätzen finden Sie unter 
      Executive Summary | Trends Shaping Education 2022 | OECD iLibrary (oecd-ilibrary.org)

    2. GebeshuberAus einer Begegnung mit der Physikerin (!) Ille C. Gebeshuber entstand ein inspirierender Dialog. Ihr Fachgebiet Bionik bedeutet "das Lernen von der belebten Natur für Anwendungen in Naturwissenschaft, Technologie, Architektur und Kunst" (S. 37). Ihre Entdeckung bestimmter Kieselalgen verdankt sie z.B. den zunächst verfluchten, dann gepriesenen Wasserschnecken, die alles andere im Aquarium auffraßen (S. 44-48). Gebeshubers Spuren zu folgen hat viele solcher Überraschungen. Modernste Technologieentwickler sind ihre begeisterten Abnehmer. Innovativer geht's kaum. Ganz besonders lege ich Gebeshubers Forschungszugang "Innovision" ans Herz: Genau schauen - sich Zeit lassen - und das "3D"-Prinzip "discover - determine - design". Das eröffnet die Welten ästhetischer Annäherung. Und wer das künstlerisch darstellt, ist ganz von mit dabei. 
      Wir stellen gern den Kontakt zu I.C. Gebeshuber her. Zitate aus 2016, Wo die Maschine wachsen. Wie Lösungen aus dem Dschungel unser Leben verändern werden. Wien: Ecowin bei Red Bull Media House, Wals, Salzburg.

       
    3. Klang und Farbe (C) PacherMag.a Alrun Pacher arbeitet künstlerisch mit Kindern und Jugendlichen zu "Klang und Farbe". Dabei verbindet die nicht nur die beiden künstlerischen Ausdrucksmedien sondern thematisiert Beziehungen zwischen Wahrnehmungen und Eindrücken der Welt- und Naturbegegnung und den Möglichkeiten künstlerischer Verarbeitung. Die Reflexion der Werke von Paul Klee spielt dabei eine besondere Rolle. Der Beitrag wurde beim Int. Polyaisthesis Symposium 2020 präsentiert und liegt schriftlich vor.

    4. Gerhard Laber experimentierte in einem naturbelassenen, höhlenförmigen Wassergerinne des Parks in Salzburg-Aigen mit den naturgegebenen Klängen und Effekten. Er spielte korrespondierend dazu Klänge ein, zu deren Strukturierung er sich von den dichterischen Formen japanischer Haikus beeinflussen ließ. Die Ergebnisse wurden beim Int. Polyaisthesis Symposium 2020 präsentiert und liegen als Videobeiträge vor.

    5. aesthetische OrteDDr. Dietmar Jürgens, Prof. für Ästhetische Bildung, führte im Studienjahr an der Katholischen Fachhochschule Nordrhein-Westfalen in Köln ein Seminar mit dem Titel "Natur als Ort der ästhetischen Bildung". In seiner Zusammenfassung präsentierte er am Int. Polyaisthesis Symposium 2020 die divergenten Erfahrungsorte, die seine Studierenden ausgemacht hatten. Für weitere Projekte können wir diese Erfahrungen zur Verfügung stellen und freuen uns, weitere Orte gesammelt und erkundet zu wissen...




    6. manukeDie pandemiebedingt verordnete gesellschaftliche Distanz nimmt der Wiener Maler, Komponist und Performancekünstler Wolfgang Seierl zum Anlass seiner Bilderserie, die er unter dem, aus dem Japanischen abgeleiteten Titel „Manuke“ am Int. Polyaisthesis Symposium 2020 präsentierte. Seine Arbeiten problematisieren zwischenmenschliche Nähe und Distanz, auch als Reflexion inhaltsverwandter philosophischer Texte. Wir können den Kontakt herstellen und weitere Einblicke verfügbar machen. 


    7. Nakaji TokyoDr. Masayuki Nakaji, Prof. für Musikpädagogik an der Gakugej-University Tokyo, untersuchte japanische Kinderliedtexte auf ihren Zusammenhang mit Natur. Der ästhetische Einbezug der Naturereignisse ist für die japanische Kulturtradition eine Selbstverständlichkeit.  Aber empfinden das moderne japanische Jugendliche auch so? - Und wie gehen europäische Jugendliche damit um, fragt Prof. Nakaji. Vielleicht bekommen wir eine Antwort über neue Projekte? Wir stellen jedenfalls die Kommunikation mit Tokyo her. 


    8. Kumher,Alex on airDer Idee, den Anblick der Erde aus der Perspektive von Astronaut*innen für interdisziplinäre Bildungszusammenhänge fruchtbar zu machen, geht der Religionspädagoge und Medienwissenschaftler Ulrich Kumher nach. Bei seinem Projekt setzen Schüler*innen diesen Anblick künstlerisch um und machen damit auf verschiedene Möglichkeiten dieser Perspektive aufmerksam.  … Wir stellen gern die Grafikvorlage in Originalgröße sowie weitere Informationen zur Verfügung und knüpfen Kontakte ...


    9. Karpati RomaVisual Literacy ist das Forschungsgebiet von Univ. Prof. Dr. Andrea Kárpáti an der Corvinius Universität Budapest. Im Int. Polyaisthesis Symposium 2020 präsentierte sie Reflexionen von Naturwahrnehmung und -erfahrung durch Roma-Jugendliche und Künstler*innen. Die tiefere, eingehende Befassung mit deren künstlerischen Darstellungen öffnet neue, positiv geleitete Zugänge. Das schafft neue Perspektiven für interkulturelle Begegnungen - auch andernorts als in Ungarn. Eine Fülle künstlerischer Beispiele steht bereit.


    10. ExpressiveArts"Expressive Arts" nennt sich das Konzept ästhetischer Ausbildung an der European Graduate School mit Hauptsitz in Saas Fee im Schweizerischen Wallis. Ursprünglich mit kunsttherapeutischem Ansatz gegründet, befasst sich Expressive Arts heute mit den grundsätzlichen Möglichkeiten, die Gefühlslagen, die seelischen Bedürfnisse und Sehnsüchte des Menschen durch künstlerisches Handeln auszudrücken, sie auf verschiedenste Art in künstlerischen Ausdruck zu transformieren. Dass die Beziehung zur Natur dabei einen wesentlichen Inhalt darstellt, versteht sich von selbst. Aber die Vielfalt der künstlerischen Umsetzungen macht die Sache interessant. Wir stellen dazu die Verbindung zu Barbara Hielscher-Witte, Direktorin des Expressive Arts Institutes Berlin her und können auch selbst Weiteres dazu berichten.

       
    11. Fühlen was die Welt fühlt, CoverProf. Dr. Joachim Bauer schreibt im Buch "Fühlen, was die Welt fühlt. Die Bedeutung der Empathie für das Überleben von Menschheit und Natur": "Leider scheint sich der moderne Mensch im gleichen Maße, in dem Objekte wie das Handy inzwischen zu einem Teil seines Selbst geworden sind, von der inneren Verbundenheit mit der Natur abgeschnitten zu haben." (2020, 28) Polyästhetische Bildung nahm den Kontakt zu Prof. Bauer auf. Daraus ergeben sich zwei Handlungsansätze: Wie lässt sich "innere Verbundenheit mit der Natur" künstlerisch ausdrücken? Und wie lässt sich künstlerisch ausdrücken, von ihr abgeschnitten zu sein?  Auch die nächsten drei Ideen beziehen sich auf "Fühlen, was die Welt fühlt." von Joachim Bauer.

    12. Wo endet unsere "eigene Natur"? Nicht an den Grenzen unserer Haut, folgt man Joachim Bauers Ausführungen (a.a.O., 28). Smart-Phones, Accounts in Social Media sind Teil unseres "Extended Self". Das gibt ein interessantes Spielfeld für die Bildenden Künste, für den Tanz und die Schauspielkunst!

    13. Die ersten Feste des Menschen waren "Feste in der Natur, mit der Natur und für die Natur", erinnert Joachim Bauer und meint, "Über die Gründe, warum die am Abgrund stehende Natur und die Gefühle, die wir dabei empfinden, im Bereich der zeitgenössischen Kultur, der Musik, im Theater, in Gedichten oder Romanen unserer Tage kaum vorkommen, kann man nur spekulieren." (a.a.O., 142) Künstlerisch-kreativ spekulieren, das liegt jungen Leuten, meinen wir und rufen dazu auf.

    14. "Wir sind aufgerufen, uns in unserer inneren Haltung und mit unserem Verhalten gegenüber der Natur neu aufzustellen. Die Natur ist für den Menschen nicht nur ein Lebensraum, sie kann ihm als eine gewaltige medizinische und soziale Ressource dienen. Menschliche Gesundheit, gutes menschliches Zusammenleben und die Bewahrung der Natur stehen in einem Dreiecksverhältnis der Gegenseitigkeit“, fasst Joachim Bauer zusammen (a.a.O., 150). Wie lässt sich diese Botschaft künstlerisch-kreativ ausdrücken?


    15. Sommerakademie Salzburg 2021Sophie Goltz gab im ORF-Interview einen Einblick in die Arbeit an der Sommerakademie für Bildende Kunst Salzburg. Unter anderem in die Auswahl des Materials im Freiluft-Atelier Steinbruch am Untersberg, in die vorsorgliche Auswahl der Form der Materials je nach Intention, welche Skulpturen entstehen sollen und vieles mehr. Polyästhetische Bildung nahm den Kontakt zu Direktorin Sophie Goltz auf, um künstlerische Ideen für die Projekte Jugendlicher im Rahmen "In den Künsten zeigen, wie Natur berührt" zu sammeln. 

    16. SUPERFLUX_MAKDie Künstlergruppe SUPERFLUX hat im Wiener MAK 100 verkohlte Bäume und im Inneren des Gevierts eine grün sprießende Pflanzeninsel installiert. Im ORF-Bericht -> Beispiel Superflux: Die Klimafrage als Erlebnis - news.ORF.at lesen wir als Botschaft von SUPERFLUX: „Wir müssen uns selbst und die Art, wie wir die Natur sehen, komplett ändern“. - Ja, stimmt. Der Satz "verkohlte Bäume liegen jenseits von Wahrscheinlichkeiten" aus dem Bericht wäre mittlerweile bitte auch zu widerrufen. Vielleicht hat die Natur wenigstens im Museum noch Überlebenschancen? - Wir gratulieren zu diesem Anstoß und laden ein, dem kreativ nachzueifern.[Wir sind in Kontakt mit SUPERFLUX und verfügen auch über weitere Bilder. Hier der Link zur -> Ausstellung im MAK]

    17. Netz des Lebens – Kreisläufe – Sonnenenergie, als Impulse für künstlerische Ideen und Ausdruck.

      Steindl-Rast CoverFritjof Capra prägte den Begriff „Ecoliteracy“. Natur arbeite nach den drei Grundprinzipien Vernetzung, Wiederverwertung und Abhängigkeit von Sonnenenergie. Der Benediktinermönch und Mystiker David Steindl-Rast zitiert den Physiker und Systemtheoretiker: „Die grundlegende Organisationsgestalt des Lebens ist das Netzwerk. Materie kreist beständig durch das Netz des Lebens. Alle ökologischen Kreisläufe werden durch … Sonnenenergie aufrechterhalten.“

      Darauf folgert Steindl-Rast: „Im Sinn von Ecoliteracy ökobewusst werden, ist heute die dringendste Aufgabe für die Menschheit. Unser Überleben als Spezies hängt davon ab, dass wir uns für die Gestaltung unsrer Gemeinschaften, unsrer sozialen Einrichtungen und unsrer Technologien die Natur zum Vorbild nehmen. Das Training unseres Ökobewusstseins wird uns zunächst intellektuelle Einsichten vermitteln, muss aber auch unsren Willen und unsre Emotionen einbeziehen. Das erfordert, dass wir uns über die Natur und ihre Lebensprinzipien gut informieren. Informationen müssen jedoch zum Handeln führen, und dies kann nur durchwilligen und entschlossenen persönlichen Einsatz erreicht werden. […] Persönliches und gesellschaftliches Leben kann nur gedeihen, wenn es sich einstimmt auf die Harmonie des Lebens und der Natur – die Alternative ist Selbstzerstörung.“ (Steindl-Rast, David: Orientierung finden. Schlüsselworte für ein erfülltes Leben. Innsbruck, 2021, S. 50 f.)

    18. AtemtherapieDem "Erfahrbaren Atem" als natürlichem Phänomen nachspüren helfen die atemtherapeutischen Übungen von Ingrid Sitzenstuhl. Aufbauend auf die Atemschule nach Ilse Middendorf leitet die Atemtherapeutin zu tieferer Selbsterfahrung an. Wir waren beim Workshop am Int. Polyaisthesis Symposium 2020 dabei und können weiterführende Information geben und den Kontakt herstellen.




    19. Im September-Newsletter beschreibt Manu Delago sein jüngstes Projekt: "When I decided to make an album incorporating the sound of our environment, it was pretty clear that I had to include the mighty element of water. I started by experimenting with various water percussion sounds recorded with an underwater microphone but I soon realised that the track needed a visual component as well, so I invited the choreographer Cornelia Voglmayr to work on ‘Liquid Hands’ with me. Our aim was to create a musical interplay between nature and humans in which the sound of water is featured but also visibly compelling."
      Delagos kurzes -> Video "Liquid Hands" mag inspirieren. Wir denken, dass die kreative Gestaltung von "Wassermusiken" ein sehr ergiebiges Feld ist. Dabei die Muster von Klanguntermalung verlassen und eine "liquide" Klangwelt zu schaffen, macht die Sache richtig reizvoll, wie auch bereits Gerhard Laber im oben angeführten Beitrag zeigte.  

    20. Wir sind in einen interessanten Dialog mit Professor Walter Ötsch eingestiegen. Der u.a. an der deutschen Cusanus-Hochschule lehrende Ökonom beforscht aktuell Fragen der Imagination aus aktueller wie aus historischer Sicht. Wie nahmen die Menschen des frühen Mittelalters die Welt wahr? Welche Berührtheit von Natur sich damit verbindet, hoffen wir bald berichten zu können. Spannend klingt es schon jetzt.

    21. StalltänzeDie Grenzverläufe zwischen bäuerlicher Naturkonfrontation und landwirtschaftlicher Kulturarbeit thematisiert die Klarinettistin und Perfomerin Barbara Maria Neu in ihrem Projekt "Stalltänze". Daraus entstehen dialogische Korrespondenzen zwischen künstlerischen Klangaktionen und "natürlichem Verhalten" des gewählten Umfelds. Zurzeit wird die Performance am BORG Mittersill im Rahmen des Komponist*innenforums gezeigt. Ein kurzes -> Bühnenvideo und ein -> Trailer sind über ihre -> Webseite/Stalltänze aufrufbar.

    22. Reich, K.Künstlerisch auszudrücken, wie Natur berührt, könnte bedeuten, die Verwundungen und Verletzungen der natürlichen Verbindung von Mensch und Natur sichtbar, hörbar und fühlbar zu machen. Ihre Gesundung als Überlebensfrage zu artikulieren, darauf brachte mich die Begegnung mit Katharina Reich:

      Kopf-Leib ganzheitlichResilienz heiße, an Hürden zu wachsen, weiß Katharina Reich aus Widerfahrnissen ihres eigenen Lebens sehr authentisch zu schildern. Alle tragen Resilienz in sich, nur sei das in Krisenmomenten nicht so klar1). Dabei gehe es auch um „embodiment“, um die Achtsamkeit gegenüber der Verbundenheit des eigenen Leibes mit dem seelischen Befinden. Als „Transformationskuratorin“ begleitet sie diese Prozesse.

      Kunst sei eine Möglichkeit, sich anders auszudrücken2), betont die transdisziplinär arbeitende Konzeptkünstlerin3).

      1), 2) Interview mit Anita Pitsch, 22:00, Folge 21 - Katharina Reich - von der Architektin und Kunstschaffenden zur Transformations-Kuratorin (stationista.com), Aufruf zuletzt 2021-09-25. 
      3) https://www.katharinareich.com/about/, Aufruf zuletzt 2021-09-25
      Portraitfoto: Clemens Kneringer; Grafik: K. Reich.

    23. NUKLEUS

      Das Künstlerkollektiv NUKLEUS aus Chur thematisiert in der „Performance mit Live-Gesang  EXTINCTION LAMENTO“ das Artensterben in der Natur. Durch eine Art Poesie künstlerischer Bewegung und Gestik erlebt sich das räumlich integrierte Publikum mehr und mehr als Zeuge des Show-down. Die, das Geschehen begleitende Klangkulisse verdeutlicht die Permanenz unausweichlichen Voranschreitens – ein Klagelied „sans paroles“. Die verlassenen Bühnensitzpolster gleichen am Ende einem Gräberfeld …“ (G.H. nach der Aufführung im Roxy-Theater, 29.10.21, Basel)

    24. studio-klangraumUm die Begriffe Hör-Architektur, Klang-Architektur, Architekturmusik kreist das musikalisch-architektonische Kunstprojekt „HAUS“ des „studio-klangraum“. Der Dreiteiler im Architekturzentrum Basel (ent-)führte jede/n der „HAUS-Gäste“, auch mich, in eine individuelle Klang-Sitzung bei geschlossenen Augen auf einem sanft rotierenden Drehstuhl, umgeben von einer privat-sensiblen vokalen und elektronischen Performance einer Sängerin oder eines Sängers. Als Zweites sitzen und lauschen alle im Vorraum zu den live bespielten umgebenden Räumen deren „Raumklängen“. Die dritte Session führt alle in ein virtuell und holographisch inszeniertes Klang-Raum-Ganzes mit immersiver Wirkung. G.H. ging nach der Performance (30.10.21) mit ganz anders gespreizten Ohren durch die Basler Altstadt, der eigenen Sicherheit zuliebe jedoch offenen Auges…

    25. DMP90

      Über „Atmosphären der Stille“ schreibt die Musikpädagogin Julia Jung in der Ausgabe 90/21 der Fachzeitschrift Diskussion Musikpädagogik. Das „Erforschende Belauschen der Natur“ nennt sie als eine der Veranlassungen, Stille-Übungen in ihren Unterricht einzubauen. Trefflich weist Jung auf die vielen ‚unerhörten‘ Soundscapes hin, die sich daraufhin den Lauschenden eröffnen. „Lauschen, Schauen, Bilden“ war schon 1994 eine verwandte Publikation der Polyästhetik. Daran war auch Christian G. Allesch beteiligt, den Jung ausführlich zitiert. Und mit den Naturszenen-Videos von Gerhard Laber in diesem pool können wir auch sofort einige Soundscapes beitragen…

       

    26. Mit einer Erinnerung an seine Performance mit eigenen Werken beim Symposium 2020 schildert der Schauspieler, Dichter, Theater- und Musikpädagoge Hans Martin Ritter seinen kunstschöpferischen Weg durch die Enge der Virusblockaden:

      Die andauernde Corona-Pandemie schränkte den Wirkungsradius ein. So war das Haus als Ort der Selbstumkreisungen und die Familienwelt überwiegend das Ereignisfeld: im Haus vor allem wieder das Klavierspiel – für mich und vor mich hin und in kleinen Hauskonzerten – den Spuren der Romantik folgend: Schumann und seiner „szenischen Musik“, Schubert, Chopin, Brahms und Debussy, auch ein Mozart-Sonaten-Programm war dabei. Und immer wieder Duo-Musik mit Monikas Querflöte – u.a. Bach, Schuberts Variationen über die Blümlein, die Arpeggione, Fauré, auch hier Schumann und natürlich Bach. Daneben ist der Umgang mit eigener Lyrik ein freundlicher Konkurrent des täglichen Klavierspiels. In meinen Gedichten finde ich zentrale Lebensmomente und -bilder wieder, kann sie aussprechen und auf diese Weise neu erfahren, werde auch weiter Möglichkeiten suchen, sie anderen vorzustellen, wie ich das mit dem Programm natur – wie sie in uns und durch uns spricht schon getan habe.

      Wir geben diesen Bericht gern weiter, in der Hoffnung, es mögen Weitere so herzhaft mit ihrem schöpferischen Überleben aus den Schatten der Distanz heraustreten und uns teilhaben lassen.


    27.  

      Einen geschichtlichen Kontext entdeckten wir in den Nachforschungen über den Urheber und Gründer des "Kindergartens", Friedrich Fröbel . Er prägte die Erziehungsform um 1840 in folgender Absicht: „Wie in einem Garten unter Gottes Schutz und unter der Sorgfalt erfahrener, einsichtiger Gärtner im Einklang mit der Natur, so sollen hier die edelsten Gewächse, Menschen, Kinder als Keime und Glieder der Menschheit, in Übereinstimmung mit sich, mit Gott und der Natur erzogen werden.“ (Fröbel, 1840, S. 8, zit. nach: Förster, C.; Göller, M.; Rockstein, M. Fröbel, 2017,13) Mag uns manches fremd sein, die Beziehungen zur Natur sind uns ein aktuelles Thema und Ziel. Von Projekt bis zur vorwissenschaftlichen Arbeit ist da "natürlich viel Luft nach oben". Wir unterstützen solche Initiativen gern.

    28.  

        folgt demnächst...